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Online-Terminbuchung fürs Studio einrichten: Schritt für Schritt

Kurz gesagt

Für eine Online-Terminbuchung wählst du zuerst ein Buchungssystem, dessen Kostenmodell zu deinem Studio passt – Monatsabo oder Provision je Buchung. Dann legst du deine Leistungen mit realistischer Dauer und Puffer an, legst Buchungsregeln wie Vorlauf und Stornofrist fest und schließt mit dem Anbieter, wo nötig, einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung (Art. 28 DSGVO). Zum Schluss verteilst du deinen Studio-Link in Instagram-Bio, Google-Profil und WhatsApp.

Bevor du startest: Was soll die Online-Buchung für dich leisten?

Online-Buchung nimmt dir vor allem eins ab: das Hin und Her per Telefon und Nachricht. Kundinnen sehen deine freien Termine und buchen selbst, auch abends.

Bevor du Anbieter vergleichst, beantworte dir drei Fragen:

  • Wer bucht? Nur Stammkundinnen oder auch Neukundinnen, die dich noch nicht kennen?
  • Wer arbeitet? Nur du oder ein Team mit eigenen Kalendern?
  • Wie wird bezahlt? Bar und Karte vor Ort, oder soll die Kundin auch online mit Karte zahlen können?

Die Antworten bestimmen, welche Funktionen du wirklich brauchst. Alles andere ist nett, aber kein Auswahlkriterium.

Schritt 1: Worauf du bei Buchungssystemen achtest

Das Kostenmodell

Auf dem Markt gibt es vor allem drei Modelle:

ModellSo funktioniert esGut zu wissen
MonatsaboFester Betrag pro Monat, oft gestaffelt nach MitarbeiterinnenKosten sind planbar, unabhängig von der Zahl der Buchungen
Provision je BuchungEin Anteil am Preis jeder Online-BuchungKosten steigen mit deinem Erfolg
Provision für NeukundinnenProvision nur, wenn eine Neukundin über den Marktplatz des Anbieters kommtPrüf genau, wann eine Kundin als „neu" gilt

Welches Modell sich für dich rechnet, hängt von deiner Buchungszahl und deinen Preisen ab. Mit dem Provisionsvergleich kannst du das durchrechnen. Hintergründe stehen in Buchungsplattformen und Provision.

Lies bei jedem Anbieter die Vertragsbedingungen: Laufzeit, Kündigungsfrist, Zusatzkosten für weitere Mitarbeiterinnen oder Funktionen.

Die Funktionen

Diese Checkliste hilft beim Vergleich:

  • Gastbuchung: Kann die Kundin ohne Konto buchen? Eine Pflicht-Registrierung ist für Neukundinnen eine zusätzliche Hürde.
  • Bestätigung: Bekommt die Kundin sofort eine Bestätigung mit allen Details?
  • Stornofrist: Kannst du festlegen, bis wann online abgesagt werden kann?
  • Erinnerungen: Wird die Kundin vor dem Termin erinnert? Per E-Mail, SMS oder App?
  • Kalender: Siehst du alle Termine an einem Ort, auch die telefonisch vereinbarten?
  • Team: Hat jede Mitarbeiterin eigene Arbeitszeiten und Leistungen?
  • Kartenzahlung: Ist Kartenzahlung möglich, und wer berechnet welche Gebühr?
  • Studio-Seite: Gibt es eine Seite mit Fotos, Preisen und Bewertungen, die du verlinken kannst?

Schritt 2: Datenschutz und Vertrag zur Auftragsverarbeitung

Bei jeder Buchung entstehen personenbezogene Daten: Name, Telefonnummer, E-Mail, gebuchte Leistung. Als Inhaberin bist du für diese Daten in der Regel verantwortlich.

Verarbeitet ein Anbieter die Daten in deinem Auftrag, ist er Auftragsverarbeiter nach Art. 28 DSGVO. Die Datenschutzkonferenz (DSK) erklärt in ihrem Kurzpapier Nr. 13, was das bedeutet:

  • Du darfst nur Anbieter einsetzen, die hinreichende Garantien für geeignete technische und organisatorische Maßnahmen bieten.
  • Du schließt mit dem Anbieter einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung (AVV). Er kann schriftlich oder elektronisch abgeschlossen werden.
  • Auftragsverarbeiter sind Empfänger der Daten. Das gehört in deine Datenschutzinformation für Kundinnen.

Manche Plattformen verarbeiten Daten auch für eigene Zwecke, etwa für einen Marktplatz. Dann kann eine andere Rolle vorliegen. Frag den Anbieter, wie er die Rollen sieht, und lass dir den AVV zeigen.

Bei Unsicherheit hilft die Datenschutzaufsicht deines Bundeslandes weiter.

Schritt 3: Leistungen sauber anlegen

Hier entscheidet sich, ob dein Kalender später funktioniert. Leg jede Leistung so an, wie sie wirklich abläuft.

  1. Klarer Name: „Gel-Neumodellage, Naturlänge" statt „Nails Deluxe".
  2. Realistische Dauer: Miss eine Woche lang, wie lange du tatsächlich brauchst. Nimm nicht deinen besten Tag.
  3. Puffer: Plan Zeit für Desinfektion, Aufräumen und Lüften ein. Viele Systeme erlauben einen Puffer nach der Leistung, der für Kundinnen unsichtbar bleibt.
  4. Vorbereitung: Braucht eine Leistung Vorlauf, etwa ein Patch-Test vor dem ersten Lash-Set? Leg das als eigene Leistung an oder vermerke es im Text.
  5. Varianten: Auffüllen bis 2 Wochen, bis 3 Wochen – jeweils als eigene Leistung mit eigener Dauer.
  6. Preis: Gegenüber Verbraucherinnen nennst du Gesamtpreise einschließlich Umsatzsteuer (§ 3 PAngV). Mehr in Preisliste fürs Studio erstellen.
  7. Kurze Beschreibung: Was passiert, wie lange hält es ungefähr, was soll die Kundin mitbringen oder vorher beachten?

Weniger ist mehr. Zwölf klar benannte Leistungen sind besser als vierzig ähnliche.

Schritt 4: Buchungsregeln festlegen

Buchungsregeln schützen deinen Kalender. Leg mindestens diese fest:

  • Vorlauf: Wie kurzfristig darf online gebucht werden? Ein paar Stunden Vorlauf geben dir Zeit zur Vorbereitung.
  • Buchungshorizont: Wie weit im Voraus? Bei Auffüll-Terminen reichen oft einige Wochen.
  • Stornofrist: Bis wann darf die Kundin selbst absagen? Wähle eine Frist, in der du den Termin noch neu vergeben kannst.
  • Arbeitszeiten und Pausen: Trag Pausen fest ein. Sonst bucht jemand genau in deine Mittagspause.
  • Neukundinnen: Sollen sie alle Leistungen buchen dürfen, oder nur eine Erstberatung?

Willst du eine Ausfallgebühr verlangen, gehört der Hinweis vor die Buchungsbestätigung. Allgemeine Geschäftsbedingungen werden nach § 305 Abs. 2 BGB nur Vertragsbestandteil, wenn du ausdrücklich auf sie hinweist und die Kundin sie zumutbar zur Kenntnis nehmen kann. Details stehen in No-Shows im Studio.

Ein Beispiel aus der Praxis

Zur Einordnung ein konkretes Beispiel für das Abo-Modell, Stand Oktober 2026: Bei BeautyNear Pro zahlt ein Studio 40 € im Monat inklusive einer Mitarbeiterin. Jede weitere Mitarbeiterin kostet 20 € zusätzlich. Auf Buchungen fällt keine Provision an.

Kundinnen können dort auch als Gast buchen und bestätigen ihre Telefonnummer per SMS-Code. Vor dem Termin bekommt die Kundin eine Erinnerung per E-Mail mit Absage-Link. Kartenzahlung läuft auf das Konto des Studios. Die Gebühr dafür berechnet der Zahlungsdienstleister Stripe dem Studio direkt.

Andere Anbieter arbeiten mit Provision oder anderen Paketen. Vergleiche anhand der Checkliste oben, was zu deinem Studio passt.

Schritt 6: Stammkundinnen auf die Online-Buchung umstellen

Stammkundinnen buchen oft seit Jahren per Nachricht. Das ändert sich nicht über Nacht. Geh es Schritt für Schritt an:

  1. Ankündigen: Erklär im Studio, warum du umstellst – zum Beispiel, damit Kundinnen auch abends buchen können.
  2. Gemeinsam ausprobieren: Buche den nächsten Termin einmal zusammen mit der Kundin am Handy.
  3. Übergangszeit: Nimm eine Weile parallel noch Anfragen per Telefon an. Trag diese Termine selbst ins System ein, damit es keine Doppelbuchungen gibt.
  4. Freundlich verweisen: Kommt eine Anfrage per Nachricht, antworte mit dem Link.
  5. Nachfragen: Frag nach einigen Wochen, was gut läuft und was hakt. Passe Leistungen und Regeln an.

Manche Kundinnen werden immer lieber anrufen. Das ist in Ordnung. Wichtig ist, dass alle Termine an einem Ort zusammenlaufen.

Häufige Fragen

Brauche ich für die Online-Buchung eine eigene Website?

Nein. Viele Buchungssysteme bieten eine eigene Studio-Seite mit Link, den du direkt teilen kannst. Eine Website kann sinnvoll sein, ist aber keine Voraussetzung. Wichtig ist, dass der Link in Google-Profil und Instagram-Bio steht.

Muss ich mit dem Anbieter einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung schließen?

Wenn der Anbieter Daten deiner Kundinnen in deinem Auftrag verarbeitet, ja. Das verlangt Art. 28 DSGVO, und der Vertrag kann auch elektronisch geschlossen werden. Frag den Anbieter, wie er seine Rolle einordnet, und lass dir den Vertrag geben.

Wie viel Puffer sollte ich zwischen Terminen einplanen?

Das hängt von deiner Leistung ab. Miss, wie lange Desinfektion, Aufräumen und Vorbereitung bei dir tatsächlich dauern. Diese Zeit trägst du als Puffer ein. Lieber etwas mehr am Anfang und dann nachjustieren.

Was ist besser: Abo oder Provision?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Bei einem Abo zahlst du einen festen Betrag, egal wie viele Buchungen kommen. Bei Provision zahlst du je Buchung. Rechne mit deinen eigenen Zahlen durch, zum Beispiel mit dem Provisionsvergleich.

Sollen Neukundinnen alles online buchen dürfen?

Das entscheidest du. Manche Studios lassen Neukundinnen zuerst nur eine Beratung oder einen Patch-Test buchen. Das gibt dir Zeit, Wünsche und mögliche Unverträglichkeiten vorab zu klären. Bei einfachen Leistungen spricht nichts gegen die direkte Buchung.

Quellen

  1. Kurzpapier Nr. 13: Auftragsverarbeitung, Art. 28 DS-GVODatenschutzkonferenz (DSK) · abgerufen am 17.10.2026
  2. Links in lokalen BrancheneinträgenGoogle Unternehmensprofil-Hilfe · abgerufen am 17.10.2026
  3. Bürgerliches Gesetzbuch, § 305 Einbeziehung Allgemeiner Geschäftsbedingungen in den VertragBundesministerium der Justiz / gesetze-im-internet.de · abgerufen am 17.10.2026
  4. Preisangabenverordnung (PAngV), § 3 Pflicht zur Angabe des GesamtpreisesBundesministerium der Justiz / gesetze-im-internet.de · abgerufen am 17.10.2026
  5. BeautyNear Pro – PreiseBeautyNear · abgerufen am 17.10.2026

Stand: Oktober 2026 · zuletzt geprüft am 17.10.2026 · BeautyNear Redaktion. Fehler gefunden? Schreib uns an info@beautynear.de.

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